2026-08-07 · buy-side

Daimler Truck: Gewinn halbiert - Karin Radström baut USA-Geschäft mit neuem Werk aus

Gewinn halbiert Daimler Truck baut wegen Trumps Zöllen neues Werk in den USA

Der Lkw-Bauer Daimler Truck kann den Kapriolen der US-Zollpolitik durch den Bau eines neuen Werkes auf seinem wichtigen Markt ​künftig besser entgehen. Eine weitere Fabrik zur Fertigung von Spezial- und Fernverkehrslastwagen werde ab Ende dieses ‌Jahres gebaut und solle in drei Jahren den Betrieb aufnehmen, kündigte das Unternehmen am Donnerstagabend an. "Das neue Produktionswerk stärkt unsere Wachstumspläne für Nordamerika", erklärte Daimler-Chefin Karin Rådström (47). Die unter US-Präsident Donald Trump (80) erhöhten Einfuhrzölle belasteten unterdessen noch das Ergebnis im zweiten Quartal. Die Aktie gab um gut 3 Prozent nach.

Der Gewinn bei dem Nutzfahrzeughersteller ist im zweiten Quartal dieses Jahres um 48 Prozent eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sei das Konzernergebnis von 245 Millionen Euro auf 128 Millionen Euro gesunken, teilte der Dax-Konzern aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart mit.

Umsatz legt leicht zu

Zölle hätten sich im zweiten Quartal weiterhin belastend auf die Profitabilität ausgewirkt, hieß es in einer Mitteilung. Der Umsatz stieg hingegen um 5 Prozent auf rund 12,3 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis (Ebit) fiel um 9 Prozent auf 360 Millionen Euro. Im Industriegeschäft – also ohne Finanzdienstleistungen gerechnet – fiel der Rückgang beim Ebit mit 20 Prozent deutlicher aus. Vorläufige Zahlen zum Tagesgeschäft hatte das Unternehmen bereits vor gut zwei Wochen vorgelegt.

Daimler Truck hatte im zweiten Quartal wieder mehr Fahrzeuge verkauft. Die Verkäufe legten im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8 Prozent zu, auf insgesamt 86.707 Lastwagen und Busse.

Wende in den USA

Zugleich markierte das ‌Quartal die Wende auf dem wichtigen Markt USA, wo Daimler ​mit seiner Marke ‌Freightliner führender Anbieter von Schwerlastern ist. Zum einen erhielt Daimler die Zusage, dass der Einfuhrzoll um Wertschöpfungsanteile in den USA reduziert wird. Zum anderen zieht die Nachfrage wieder an: Der Auftragseingang in den USA war im abgelaufenen ‌Quartal mit 35,4 Milliarden Euro mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahreszeitraum.

Daimler hatte deshalb trotz des schwachen Quartals den Jahresausblick angehoben. In ‌den USA rechnet der Lkw-Bauer ​mit höherem Absatz und deutlich besserer ‌Profitabilität. Bei 43 bis 47 Milliarden Euro Umsatz (Vorjahr 42,1 Milliarden ‌Euro) ​soll das bereinigte Betriebsergebnis mit 3,6 bis 4,1 Milliarden Euro 400 Millionen Euro höher ausfallen als ursprünglich erwartet. Finanzchefin ​Eva Scherer (42) kündigte zugleich an, ⁠nach Abschluss der ersten Tranche des ​Aktienrückkaufprogramms im ​September die zweite Tranche von bis zu 1,1 Milliarden Euro in Angriff zu nehmen.

Beim Nutzfahrzeughersteller lief es zuletzt nicht rund. 2025 sank der Gewinn um 34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf zwei Milliarden Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres brach der Gewinn sogar um satte 80 Prozent ein.

Um wettbewerbsfähiger zu werden, hatte Daimler Truck bereits im vergangenen Jahr das Sparprogramm "Cost Down Europe" aufgelegt. Bis 2030 sollen damit die laufenden Kosten auf dem Heimatkontinent um mehr als eine Milliarde Euro sinken. In Deutschland sollen deshalb ungefähr 5.000 Stellen wegfallen. Betroffen ist insbesondere die Lkw-Marke Mercedes-Benz. Aber auch in Nordamerika soll gespart werden.

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