2026-08-09 · buy-side

Morde-Trends: Nautical Chic gehört zum Urlaub auf dem Meer – nicht nur auf der Luxusjacht

Nautical Chic für den Sommer Die Stilregel, die jeden Jachturlaub rettet

Beim Thema Jachturlaub scheiden sich die Geister. Die einen sehen sich als stilsichere Jackie-O.-Kopie an Bord gehen und/oder machen sich eine mentale Notiz, dringend den Charterservice des Vertrauens für die Urlaubsplanung zu kontaktieren. Andere wiederum sehen die kotzenden Jachturlauber aus Ruben Östlunds (52) Gesellschaftssatire "Triangle of Sadness" vor sich, für die der Bootstrip, übrigens auf der berühmten "Christina O", mit Schiffbruch endet.

Zugegeben: Urlaub auf dem Wasser ist nicht jedermanns Sache. Vielleicht macht aber genau das die Faszination eines Jachturlaubs aus: Man kann nie so genau wissen, ob sich aus dem gemütlichen Dahinschippern in der Mittelmeersonne ein unheilvolles Abenteuer entwickeln wird. Damit sind nicht nur Wetterkapriolen auf offener See gemeint; natürlich birgt das Zusammensein an einem Ort, den man bei akutem Lagerkoller höchstens mit dem Jetski spontan verlassen kann, Potenzial für jede Menge zwischenmenschlicher Reibereien. Überschätzte Segelskills, unerzogene Kinder – auf dem Wasser hat niemand Nerven für höfliches Ignorieren.

Besser ehrlich bleiben

Es gibt daher eine Regel, die man beim Urlaub auf dem Wasser beachten sollte, ganz gleich, ob man sich einen Luxustrip auf der Superjacht gönnt und sich als Reinkarnation von Lady Di in ihrem einsamen Leopardenlook wähnt oder einen sportlich ambitionierten Katamaran-Törn plant. Man sollte sich wirklich, wirklich sicher sein, wen man mit an Bord lädt. Und man sollte sich wirklich, wirklich sicher sein, ob man mitkommen möchte. Wer hier nicht ehrlich zu sich selbst ist, riskiert, selbst aus einem vermeintlich harmlosen Segeltag auf dem Scharmützelsee eine Odyssee der Nickeligkeiten zu machen (zu windig, zu heiß, zu nass).

So. Das nur als wohl gemeinte Warnung. Jetzt gehen wir aber mal davon aus, dass sich eine unverwüstliche Reisegruppe zusammenfindet. Dann geht es an den Part, der die Anziehungskraft von Bootsferien neben Wasser, Sonne, Wellen noch verstärkt: die Urlaubsgarderobe. Selten müssen Sportlichkeit, Pragmatismus und Glamour modisch so gut aufeinander abgestimmt sein wie auf einer Jacht. Was damit genau gemeint ist, zeigen die aktuellen Sommerkollektionen der großen Modehäuser: Bei Ralph Lauren trägt man zum Captain's Dinner flache Sandalen zur roten Abendrobe; bei Valentino gibt's blau-weiß gestreifte Polohemden und Vans zum schnellen Reinschlüpfen beim Landgang; und in der Cruise-Kollektion von Chanel wird eine Logo-Badekappe zu Bandeaukleid und Gummistiefeln kombiniert, sodass man auch beim Krabbenfischen mit anpacken könnte.

Und wenn man's nun mit Wellengang so gar nicht hat und sich für Offshore-Aktivitäten höchstens im Banking-Zusammenhang interessiert? Das Gute am "Nautical Chic" ist, dass es wie immer in der Mode auch um Illusionen geht: Yachtlife-inspirierte Looks, also Leinenhemden, Designer-Basttaschen und so weiter, funktionieren auch fernab von jedem Wellengang – etwa beim Netzwerk-Sundowner auf den Dachterrassen der Corporate-Republik.

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