2026-07-24 · buy-side

News zu OpenAI, Anthropic, Hugging Face, Auto.de, Revolut, Zalando, AMD

Tech Update Wie Anthropic OpenAI im KI-Rennen abhängt

Im KI-Rennen scheint sich OpenAI nicht nur die Businessstrategie (Fokus auf Geschäftskunden) vom Großrivalen Anthropic abzugucken, sondern zunehmend auch die Kommunikationsstrategie: Stichwort "Panik‑Marketing" oder "Fear Branding". Mehr zu beiden Themen in unserer heutigen Aufmachergeschichte und in unserem 404-Rausschmeißer.

Exklusive Recherche: Wie Anthropic OpenAI im KI-Rennen abhängt

Bittere Rivalität: Sam Altman (l.) und sein früherer Mitarbeiter Dario Amodei sind sich jeweils Lieblingsfeind Nummer eins

Foto:

Fotos [M]: Winni Wintermeyer / Redux / laif; Jessica Chou

OpenAI vs. Anthropic, Sam Altman (41) vs. Dario Amodei (43), dieser Kampf ist fast so alt wie das neue KI-Zeitalter selbst (also eigentlich gar nicht mal so sehr). Wir haben dem Wettstreit ein Dossier gewidmet. Meine Kollegen Jonas Rest und Caspar Schlenk haben mit Insidern und Analysten gesprochen und beide Unternehmen sowie deren KI-Ansätze eingehend analysiert – und sie haben herausgefunden, warum Anthropic die Nase vorn hat.

Sam Altman wollte OpenAI eigentlich zum nächsten Techgiganten machen. Jetzt droht ihn ausgerechnet sein früherer Topforscher Dario Amodei zu deklassieren. Anthropics Supermodell Fable ist so mächtig, dass es nur abgespeckt an die Öffentlichkeit darf. Gleichzeitig schraubt das Unternehmen seinen Umsatz in immer neue Höhen. Investoren bewerten Anthropic bereits höher als OpenAI – für Altman ist das ein Albtraum in Echtzeit .

In Ihrer exklusiven Recherche erklären Jonas und Caspar, warum OpenAI zwischen Anthropic und Google zerrieben zu werden droht, welche Rolle China-Open-Source beim Preisdruck spielt und warum am Ende die große Frage nicht lautet: Wer hat das beste Modell?, sondern: Wer besitzt die Nutzerschnittstelle?

Köpfe: Christian Lindner ++ Lisa Sorg ++ Maximilian Bittner ++ Nik Storonsky

Von der FDP zu den Gebrauchtwagen: Christian Lindner ist jetzt als Entrepreneur unterwegs

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Zahl der Woche: 890 Millionen Euro

Die EU-Kommission sanktioniert den Techkonzern Google für seine Verstöße gegen das Digitalgesetz "Digital Markets Act" (DMA). Am Donnerstag brummte die Kommission dem Internetriesen eine Strafzahlung in Höhe von 890 Millionen Euro auf. Der Vorwurf lautet erstens, dass der Konzern in der Google-Suche eigene Dienste wie Google Shopping bevorzugt. Zweitens geht es darum, dass Google es Unternehmen schwer mache, ihre Apps auch über andere App-Stores anzubieten. Google will die Entscheidung prüfen und eventuell in Berufung gehen.

Oder US-Präsident Donald Trump (80) mischt sich ein. Er hatte Brüssel in der Vergangenheit wiederholt damit gedroht, EU-Strafen gegen US-Techkonzerne mit Gegenzöllen zu beantworten. Medienberichten zufolge soll EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67) die DMA-Strafe gegen Google mehrfach verzögert haben, um den ohnehin heiklen Handelspartner USA nicht noch mehr zu verärgern.

Round-up: AMD ++ Zalando ++ About You ++ Startup- und Scaleup-Strategie

Eingekauft: CEO Lisa Su ist mit AMD bei Anthropic eingestiegen

Foto: Bloomberg / Getty Images

Error 404 – das hat noch gefehlt: Guck mal, was wir können (so cyberattackenmäßig)

Ganz oben mit dabei: Laut Forschungsinstitut AI Security Institute ranken GPT5.6 (von OpenAI) und Claude Mythos 5 (Anthropic) besonders gut

OpenAIs (versehentlicher) Angriff auf Hugging Face sorgte diese Woche für große Aufregung. Hugging Face hatte bereits vor ein paar Tagen einen groß angelegten Angriff auf seine Plattform gemeldet. Erst später gestand dann OpenAI, dass der Angriff aus eigenen Tests stammt. Man arbeite den Vorfall sehr genau auf. In einem Blogeintrag dazu verlinkte OpenAI direkt eine Grafik des englischen Forschungsinstituts AI Security Institute, das OpenAIs neues Modell GPT 5.6 in den Fähigkeiten, Cyber-Operationen auszuführen, ganz oben rankte. Manche Beobachter unterstellen Altmans KI-Firma, mit dem fehlgeschlagenen Sicherheitstest sein Modell als genauso "schlagkräftig" und gefährlich wie Anthropics Systeme zu inszenieren.

Den Hacking-Angriff bei Hugging Face soll das Unternehmen am Ende übrigens nur durch den Einsatz von chinesischen Open-Source-Modellen beendet haben können, welch Ironie.

Nun wünschen wir euch einen schönen Freitag, denn das war es schon wieder mit dem aktuellen "Tech Update". Leitet den Newsletter gern an andere Interessierte weiter. Abonnieren könnt ihr uns hier, damit ihr auch in Zukunft keine Ausgabe verpasst.

Und wie immer: Fragen, Anmerkungen oder Kritik gern an [email protected] .

More stories