2026-08-07 · buy-side
Porsche SE: Hans Dieter Pötsch fordert nach Milliardenverlust Volkswagen zu Einschnitten
Nach Milliardenverlust Porsche SE fordert mehr Tempo bei VW-Sanierung
Eine milliardenschwere Abschreibung auf die Beteiligung am Volkswagen-Konzern hat die Eigentümerholding Porsche SE im ersten Halbjahr 2026 tief in die roten Zahlen gezogen. Unter dem Strich machte die Beteiligungsgesellschaft einen Verlust von 2,2 Milliarden, wie das Unternehmen am Freitag in Stuttgart mitteilte. Im Jahr zuvor wurden noch rund 300 Millionen Euro Gewinn erwirtschaftet. Die Aktie reagierte mit Verlusten.
Sowohl Europas größter Autobauer Volkswagen als auch die weitere wesentliche Beteiligung, der Sportwagenbauer Porsche AG, kämpfen derzeit mit schwierigen Marktbedingungen und dem Umbruch in der Automobilindustrie. Die Wertberichtigungen auf die Volkswagen-Anteile betrugen im ersten Halbjahr 3 Milliarden Euro und auf den Sportwagenbauer Porsche 200 Millionen Euro.
Bei Volkswagen brach der Nettogewinn im ersten Halbjahr fast um ein Drittel ein, der Umsatz stagnierte. Die Sportwagentochter Porsche erzielte unterdessen ein Drittel Gewinnzuwachs gegenüber dem schwachen Vorjahreszeitraum.
Keine Einigung in Wolfsburg
Während Porsche unter dem neuen Chef Michael Leiters (54) etwa ein Jahr nach Start der Gespräche ein weiteres Sparpaket mit Stellenabbau auf den Weg brachte, haben sich die Sozialpartner im VW-Konzern im Streit über harte Einschnitte festgefahren. Die Arbeitnehmer und das Land Niedersachsen durchkreuzten im Aufsichtsrat den zustimmungspflichtigen Plan von VW-Chef Oliver Blume (58), mit dem Überkapazität in Deutschland abgebaut werden soll. Aber Blume stellte zuletzt weitere rund 50.000 Arbeitsplätze nach bereits gestrichenen 50.000 weltweit und vier Werke in Deutschland infrage.
Porsche-SE-Vorstandschef Hans Dieter Pötsch (75) mahnte eine rasche Entscheidung zum Sparprogramm in Wolfsburg an. Der Volkswagen-Konzern stehe an einem historischen Wendepunkt. Bei den jetzt anstehenden Entscheidungen gehe es um die Zukunft von Volkswagen. "Je länger sich die Entscheidungen hinziehen, desto größer werden die Probleme."
Porsche-SE-Finanzvorstand Johannes Lattwein betonte, die Holding stehe als Mehrheitsstammaktionär hinter dem Konzernvorstand und seinen Vorschlägen. Das Ziel sei Wettbewerbsfähigkeit. Auf dem Weg dahin dürfe es keine Denkverbote geben. Andernfalls laufe Volkswagen Gefahr, im internationalen Wettbewerb dauerhaft ins Hintertreffen zu geraten.
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Die Verschuldung der Porsche SE ging Ende Juni leicht auf 5 Milliarden Euro zurück. Die Beteiligungsholding strebt im Gesamtjahr weiter ein bereinigtes Konzernergebnis von 1,5 Milliarden bis 3,5 Milliarden Euro und Ende des Jahres eine Nettoverschuldung zwischen 4,7 Milliarden und 5,2 Milliarden Euro an.