2026-08-06 · buy-side

Rüstungsindustrie: Rheinmetall senkt Prognose, Renk-Aktie mit Kursprung

Rüstungskonzerne Rheinmetall senkt Prognose, Renk verbucht Rekordaufträge

Der über Jahre erfolgsverwöhnte Rüstungskonzern Rheinmetall wird durch den Stopp des milliardenschweren Fregatten-Programms F-126 ​durch den Bund wie erwartet gebremst. Das Aus sorgt dafür, dass Rheinmetall bei seiner Umsatzprognose vorsichtiger wird. Die Aktie schwankte stark zwischen Gewinnen und Verlusten.

Der Konzern rechnet nun 2026 mit einem Anstieg des Konzernumsatzes ‌auf 13,7 bis 14,2 Milliarden Euro, teilte er am Donnerstag mit. Zuvor hatten die Düsseldorfer 14 bis 14,5 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Die operative Ergebnismarge soll weiterhin rund 19 Prozent erreichen.

Bereits Anfang Juli hatte Rheinmetall mitgeteilt, dass wegen der Stornierung des Programms für die Fregatte F-126 Einbußen zu erwarten seien. Das Ministerium hatte nach jahrelangen Verzögerungen und Kostenexplosionen das Fregattenprojekt F-126 gestoppt und sich stattdessen für eine kleinere Variante des Konkurrenten TKMS entschieden.

Marinesparte verbucht Auftragseingänge von einer Milliarde Euro

Rheinmetall war erst vor wenigen Monaten in das Marinegeschäft eingestiegen und hat die neue Sparte rasant ausgebaut. Nun will Konzernchef Armin Papperger (63) sich auch im Ausland nach neuen Aufträgen für die Sparte umsehen, um die Schlappe abzufedern. "Auch im Marinebereich schauen wir nach ​vorn und arbeiten mit Hochdruck daran, als zuverlässiger Partner mit hoher Expertise unsere vorhandenen maritimen Aufträge zu erfüllen und auch im internationalen Umfeld ⁠neue Bestellungen zu ⁠generieren", sagte Papperger.

Die neue Marinesparte hat schon Bestellungen aus Rumänien an Land gezogen. Sie hat im Halbjahr insgesamt Auftragseingänge von rund einer Milliarde verbucht. Ein kurzfristiger Ersatz für das F-126-Programm sei aber nicht in Sicht, räumte Rheinmetall in einer Präsentation für ‌Analysten ein.

Die bereits Ende Juli vorgelegten Eckdaten zum zweiten Quartal bestätigte Deutschlands größter Rüstungskonzern. So stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 69 Prozent auf 3,29 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis konnte Rheinmetall auf 562 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Die entsprechende Marge lag damit bei 17,1 Prozent nach 13,4 Prozent ein Jahr zuvor.

Rüstungszulieferer Renk mit Rekordauftragseingang

Angesichts der schwierigen geopolitischen Lage boomt die Rüstungsindustrie, davon profitiert auch der Augsburger Rüstungszulieferer Renk. Insgesamt hätten die Bestellungen einen Wert von 612,8 Millionen Euro erreicht, das sei der höchste jemals in einem Quartal erzielte ​Auftragseingang, teilte der Hersteller von Getrieben für Panzer ⁠und ⁠Schiffe am Donnerstag mit. Der Auftragsbestand stieg damit auf 7,4 Milliarden Euro.

Der Umsatz des Rüstungskonzerns stieg im ersten Halbjahr verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf gut 637 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) legte um rund 10 Prozent auf gut 98 Millionen Euro zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 14,4 auf 15,4 Prozent.

Die Renk-Aktie zog deutlich an und gewann zuletzt rund 5,6 Prozent auf 51,50 Euro. Damit gehörte sie zur Spitzengruppe im MDax. Seit Jahresbeginn steht die Renk-Aktie aber immer noch gut 5 Prozent im Minus.

Klarer Wachstumsmotor bleibt bei Renk die Sparte "Vehicle Mobility Solutions" rund um Panzergetriebe. Hier profitierte der Rüstungszulieferer von der Verlängerung des Rahmenvertrags mit Rheinmetall für das Programm KF41 Lynx. Renk beliefert aber auch die U.S. Army mit Getrieben. Das Industriegeschäft schwächelt derweil allerdings.

Renk bestätigte die Jahresziele. So soll der Umsatz 2026 weiterhin auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen. Mehr als 90 Prozent dieses Ziels seien bereits vom Auftragsbestand abgedeckt. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebit) sieht der Konzern bei 255 bis 285 Millionen Euro und peilt dabei die obere Hälfte der Spanne an.

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