2026-08-06 · buy-side

Siemens-Aktie fällt: Anleger machen nach Rekordquartal Kasse

Prognose angehoben Siemens erwirtschaftet höchsten Quartalsgewinn der Geschichte

Bei Siemens brummen die Geschäfte. Der Technologiekonzern hat im vergangenen Quartal Rekordwerte beim Ergebnis und Auftragseingang erzielt."Wir haben ein weiteres sehr erfolgreiches Quartal abgeschlossen", sagt Konzernchef Roland Busch (61) und fügt hinzu: "Wir sind auf Kurs für ein weiteres erfolgreiches Geschäftsjahr und heben unseren Ausblick an."

In ihrem dritten Geschäftsquartal haben die Münchner nach Steuern 2,58 Milliarden Euro Gewinn eingefahren. Das waren rund 16 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Und auch die Basis für künftige Geschäfte ist gut: Der Auftragseingang stieg um 13 Prozent auf fast 28 Milliarden Euro. Laut Siemens ein Rekord und deutlich mehr als der Umsatz, der auf knapp 21 Milliarden Euro stieg. Dadurch erreichte auch der Auftragsbestand einen Rekordwert von 132 Milliarden Euro.

Siemens hebt nun die Prognose an. Pro Aktie erwartet der Konzern jetzt nicht mehr zwischen 10,70 und 11,10 Euro Gewinn, sondern 11,20 bis 11,50. Grob auf den Konzern hochgerechnet sind das im Mittel einige hundert Millionen Euro mehr.

Anleger nutzen die starken Zahlen und machen Kasse. Die Aktie verlor am Morgen rund 6 Prozent und steuert damit auf den stärksten Tagesverlust seit Mitte Februar zu.

Strategiechef Körte übergibt an Neike

Zeitgleich sortiert der Konzern die Zuständigkeiten im Vorstand ​neu. Strategievorstand Peter Körte (50), der seit ‌Juli auch für die Gebäudetechnik-Sparte Smart Infrastructure verantwortlich ist, gebe den Posten als Technologie-Chef an Cedrik Neike (53) ab, ​sagte Vorstandschef Busch in einer Telefonkonferenz ⁠am ⁠Donnerstag. Das habe der Aufsichtsrat am Mittwoch beschlossen. Das Thema künstliche Intelligenz bleibe ‌aber bei Körte.

Neike ​leitet ‌die Automatisierungs-Sparte Digital Industries. Zusätzlich soll er künftig spartenübergreifend für die Vertriebsstrategie des Technologiekonzerns zuständig sein, ‌die in einer neuen Einheit namens "Foundation Sales" gebündelt ist. Körte ‌und Neike gehören zu ​den ‌potenziellen Nachfolgern Buschs ‌an der ​Spitze des Konzerns.

Healtineers Abspaltung kommt voran

Siemens profitierte im vergangenen Quartal auch von Zollrückerstattungen aus den USA. Insgesamt waren es laut Finanzvorständin Veronika Bienert rund 200 Millionen Euro. Das meiste fiel bei der Mehrheitsbeteiligung Siemens Healthineers an. Die Zwei-Drittel-Beteiligung will der Konzern allerdings in etwa halbieren, indem er die Aktien an seine Aktionäre gibt.

Die Abspaltung ist steuerlich nicht banal. Siemens kommt damit aber offenbar voran, wie Bienert sagt: "Wie erwartet konnten wir zwischenzeitlich die relevanten steuerlichen Themen mit den Finanzbehörden verbindlich klären, um mit der Abspaltung von Siemens Healthineers planmäßig fortzufahren."

Im Februar 2027 sollen die Hauptversammlungen der beiden Unternehmen die Pläne bestätigen. Zudem wollen sich dann auch Busch und Bienert aus dem Healthineers-Aufsichtsrat zurückziehen.

Smart Infrastructure dank KI-Boom mit Rekordumsatz

Unter den drei Kernsparten von Siemens konnte vor allem das zuletzt etwas schwächere Geschäft mit der Digitalisierung der Industrie (Digital Industries) zulegen. Dort stieg das Ergebnis um 44 Prozent auf 923 Millionen Euro.

Smart Infrastructure hat mit 1,27 Milliarden allerdings weiter die Nase vorn. Hier ging es um 19 Prozent nach oben. Die Sparte erreichte zudem einen Rekordumsatz – unter anderem getrieben vom KI-Boom. "Besonders das Geschäft mit Rechenzentren hat eine enorme Dynamik", sagt Konzernchef Busch. Und das Momentum aus diesem Bereich halte wohl an – auch im kommenden Jahr und darüber hinaus.

Die Bahn-Sparte Mobility verdiente 280 Millionen und damit minimal weniger als vor einem Jahr.

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