2026-08-05 · buy-side

Siemens Energy: Aktie steigt, Rekordwerte überall. Endlich auch Gamesa wieder profitabel.

Starke Nachfrage Siemens Energy – endlich ist auch das Windgeschäft profitabel

Der Energietechnikkonzern Siemens Energy hat im vergangenen ​Quartal dank der weltweit steigenden Nachfrage nach Strom Rekordwerte eingefahren. Das Windenergiegeschäft Siemens Gamesa schrieb erstmals seit 2022 wieder schwarze Zahlen.

Die im Dax notierte Aktie kletterte am Mittwoch um mehr als 5 Prozent und setzte damit ihren Erholungskurs fort. Zuletzt legte der Anteilschein um rund 1,8 Prozent auf 153,56 Euro zu. Das Papier war in den vergangenen Monaten im Zuge von Sorgen um die Nachhaltigkeit von KI-Investitionen unter die Räder geraten. Dennoch kommt der Kurs im laufenden Jahr immer noch auf fast 30 Prozent Gewinn. In den vergangenen Jahren gehörte das Unternehmen zudem zu den erfolgreichsten an der Börse.

Wegen des Booms ‌bei Rechenzentren für künstliche Intelligenz und des Ausbaus der Hochspannungsnetze habe der Konzern im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 (per Ende September) beim Auftragseingang, Umsatz und der Profitabilität Höchstwerte erzielt, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die Aufträge seien insbesondere durch die hohe Nachfrage in den USA um 8,5 Prozent auf 17,9 Milliarden Euro gestiegen – höher als von Analysten erwartet.

Konzerngewinn steigt um 70 Prozent

Somit bestätigte Siemens Energy ​die Prognose für das Geschäftsjahr. Bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten gebe es eine Tendenz zum oberen Ende der Bandbreite von 10 ⁠bis 12 Prozent. Im ⁠dritten Quartal lag sie bei 14,2 Prozent. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen einen Gewinn von 1,2 Milliarden Euro – rund 70 Prozent mehr als vor Jahresfrist.

"Auch im dritten Quartal hält die weltweit starke Nachfrage nach Strom und ‌damit nach unseren Produkten weiterhin an", sagte Vorstandschef Christian Bruch (56). Der Konzern setze ​auf profitables Wachstum. Auch dank ‌eines Ausbaus der Produktionskapazitäten steigerte Siemens Energy im Quartal seine Erlöse um 18,5 Prozent auf 11,4 Milliarden Euro. Haupttreiber war erneut das Geschäft mit Gasturbinen zur Stromerzeugung sowie mit den Stromnetzen. Der Auftragsbestand lag zum Ende des Quartals bei 162 Milliarden Euro.

Gamesa: Windgeschäft erstmals seit 2022 profitabel

Auch das über Jahre verlustreiche Windenergiegeschäft Siemens Gamesa ‌trug zur Ergebnissteigerung bei. Das Ergebnis vor Sondereffekten konnte die Sparte auf 75 Millionen Euro verbessern, nach einem Fehlbetrag von 438 Millionen Euro vor Jahresfrist. Gamesa habe unter anderem von einer Zunahme im Offshore-Geschäft ‌profitiert. "Dass unser Windgeschäft erstmals seit 2022 in einem Quartal ​wieder profitabel ist, ist eine fantastische Leistung des Teams", ‌sagte Bruch. Im Gesamtjahr werde bei der Ergebnismarge vor Sondereffekten die Gewinnschwelle erwartet.

Die ‌Aktien von Siemens Energy ​und dem US-Rivalen GE Vernova haben sich in den vergangenen zwei Jahren fast versiebenfacht. Beide Unternehmen profitieren massiv von der hohen Nachfrage nach Gasturbinen ​und Netzausrüstung für KI-Rechenzentren. GE Vernova hatte im vergangenen Monat ebenfalls ⁠steigende Aufträge im Zusammenhang mit Rechenzentren als ​Haupttreiber für ​seine Quartalsergebnisse genannt. Im Gegensatz zu Siemens Energy leidet der US-Konzern jedoch weiterhin unter Verlusten in seinem Windgeschäft.

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