2026-07-16 · buy-side

Volkswagen, Mercedes, Bosch, Tesla: Der Newsletter "manage:mobility"

manage:mobility "Maybe-Man" Källenius und die erste Mahnung vom Bosch-Boss

in einen Mobilitätsnewsletter kann man derzeit kaum anders einsteigen als mit: Volkswagen. Europas größter Autobauer steuert auf eine nie da gewesene Eskalation zu. Ende 2024 wurde die Übereinkunft zwischen Management und Betriebsrat bei Volkswagen als "Weihnachtsfrieden" besungen. Analog dazu könnte man die jüngsten Auseinandersetzungen wohl als "Hitzeschlacht" betiteln.

Volkswagen-Chef Oliver Blume (58) ist für die Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo (51) ob seiner neuen Härte nicht länger "der Olli", sondern "Dr. Oliver Blume". Die Belegschaft wütet gegen die Sparpläne des Vorstands, der Aufsichtsrat hat sie wenig überraschend erst einmal abgelehnt. Dass Blume deshalb zurückzieht, scheint trotzdem unwahrscheinlich. Mein Kollege Michael Freitag hat erfahren: Fußballfan Blume erwägt sogar, noch mal nachzuschärfen und neben den vier bereits bekannten Wackelwerken noch zwei weitere Fabriken ins Abseits zu befördern .

Thema der Woche: Wie Ola Källenius Mercedes zum Reparaturfall macht

Geknickter Stern: Mercedes-Benz, eine der wertvollsten Marken der Welt, ist angeschlagen

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Ambitionierter als Ola Källenius (57) war in den vergangenen Jahren kaum ein Autoboss unterwegs. Der Schwede wollte Mercedes zum reinen Elektroautobauer umformen, gleichzeitig zum exquisiten Luxusliner – und dabei auch noch wachsen. Nur wurde aus den Träumen schnell eine milliardenschwere Irrfahrt. Weil Källenius inzwischen seine eigenen Vorhaben immer häufiger wieder einkassiert, nennt ihn mancher schon den "Maybe-Man", bei dem man nicht wissen kann, was er am Ende durchzieht. Andere fragen sich, wie sich ein Manager mit derart vielen Wendungen an der Spitze eines Dax-Konzerns halten kann. Und wieder andere wüten ob des Themas, bei dem Källenius dann doch Konsequenz und Härte zeigt: dem Dauersparkurs bei Mercedes. Meine Kollegin Margret Hucko seziert Olas ernüchternde Odyssee .

Köpfe: Christian Fischer ++ Achim Dietrich ++ Karin Rådström

Härter als Hartung: Christian Fischer gilt als Sanierungsspezialist

Foto: Martin Stollberg / Bosch

Unternehmen: Tesla ++ Stellantis ++ BMW ++ Traton

Batteriezellen von Tesla: Schon kommendes Jahr soll die Produktion im einzigen europäischen Werk des E-Auto-Bauers beginnen

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

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Mehr Mobilität: Finanzielle Reisestrapazen

Zahl der Woche: 1 Million

Exportschwemme: China verschifft immer mehr Autos

Foto: China Daily / REUTERS

Nicht nur deutsche Autobauer stehen in China gewaltig unter Druck. Auch einheimischen Herstellern macht die seit Monaten fehlende Dynamik im größten Automarkt der Welt zu schaffen. Ihr Heil suchen viele deshalb immer extremer im Export. Der Juni war der erste Monat überhaupt, in dem China mehr als eine Million Fahrzeuge in andere Märkte verschiffte. Der Auto-Tsunami kommt ins Rollen. Allerdings nicht rein aus Stärke, sondern zu guten Teilen auch aus der Not heraus.

Deepdrive: Wohin mit dem Tsunami?

Wohin also mit all den Autos aus China? Deutsche werden laut einer McKinsey-Studie offener, 18 Prozent bekunden aktuell Interesse an Fahrzeugen aus Fernost. Anderswo prallt der Tsunami noch viel härter an Land: In Großbritannien kann sich fast jeder Dritte (29 Prozent) für BYD, Chery und Co. begeistern. Ob sie in China ob solcher Zahlen schon "It's coming home" singen?

Geisterfahrer der Woche

Auf Crashkurs: Kleine und mittlere Autohändler gelten als besonders pleitegefährdet

Foto: fotototo / blickwinkel / IMAGO

Die meisten bangen Blicke der Mobilitätsszene richten sich aktuell nach Wolfsburg. Schließlich halten selbst die Vorstände dort Volkswagen für existenzgefährdet. Für viele kleinere Auto-Unternehmen ist das bereits Realität. Das Statistische Bundesamt verzeichnete im April so viele Insolvenzen wie seit 14 Jahren nicht mehr. Besonders häufig treffe es aktuell zum Beispiel "kleine und mittelständische Betriebe ​im Automobilhandel", sagt Jutta Rüdlin vom Verband der Insolvenzverwalter und Sachwalter Deutschlands. Au, au, Autobranche.

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