2026-08-14 · buy-side
China greift ASML bei Chipfertigung an, Gold wieder gefragt – das war Freitag, 14.08.2026
Der Freitag im Überblick Europas Chip-Champion wackelt, Gold vor dem Comeback
KI-Modelle, Quantencomputing, Drohnensteuerung – der Hunger nach Hochleistungschips wächst. Und wer die benötigt, kommt an ASML nicht vorbei. Die Niederländer sind momentan die Einzigen, die die sogenannte EUV-Technik beherrschen, mit der sich die leistungsfähigsten Chips der Welt herstellen lassen.
Geopolitisch sind diese Chips ein Schlüssel zur Macht. Die USA versuchen, China per Exportbeschränkungen auszubremsen. Wenig verwunderlich, dass China alles daransetzt, gegenzusteuern – und die Maschinen zur Chipherstellung selbst zu bauen. Angeblich mit handfesten Fortschritten. Meine Kollegin Mirjam Hecking hat sich angesehen, was an den Aufholgerüchten dran ist und analysiert, wie angreifbar das Monopol des europäischen Tech-Champions ist .
Gratwanderer: ASML-Chef Christophe Fouquet
Foto: Abdul Saboor / REUTERSDie Wirtschaftsnews des Tages:
Großaktionär L Catterton zieht sich fünf Jahre nach dem Einstieg bei Birkenstock auf eine Minderheitsbeteiligung zurück. Die Beteiligungsgesellschaft nutzte einen Kurssprung der Sandalenaktie zum Verkauf eines großen Aktienpakets.
In Schweden beendet die Gewerkschaft IF Metall ihren drei Jahre währenden Arbeitskampf gegen Tesla. Der E-Autohersteller soll den Streikenden Geld gezahlt haben, damit sie aufhören – und nun streike niemand mehr.
In der Cum-Ex-Affäre muss erstmals eine Staatsvertreterin vor Gericht. Die Finanzbeamtin soll der Warburg-Bank geholfen haben, mit den illegalen Geschäften Steuern zu hinterziehen.
Aufsteiger des Tages:
Gold war in den vergangenen Monaten nichts für schwache Nerven. Mit Beginn des Irankriegs versagte es als Krisenwährung und ging auf Talfahrt. Doch jetzt kommt das Edelmetall zurück, seit Ende Juli hat es sich um rund 10 Prozent verteuert. Allerdings lässt sich ein Mann, dessen Tun den Goldpreis mitbestimmt, nicht in die Karten schauen: Der neue Fed-Chef Kevin Warsh (56) neigt zur geldpolitischen Geheimniskrämerei. Welche Faktoren das Gold-Comeback befeuern, was wir erwarten dürfen und ob jetzt die Zeit zum Einstieg ist – alle Details hat mein Kollege Hannes Breustedt.
Trendsetter des Tages:
Erling Haalands Reisebegleiter: Tier- und Taschen-Show auf dem Rückflug von der Fußball-WM
Foto: Jan Langhaug / NTB Scanpix / AP / dpaFußballstars haben Luxushandtäschchen von Louis Vuitton oder Hermès für sich entdeckt und zeigen sich mit dem Fummel am Arm bei Instagram und TikTok. Der Norweger Erling Braut Haaland (26) soll eine Sammlung an Birkin-Bags im Wert von insgesamt 1,1 Millionen Euro im Schrank haben. LVMH kooperiert gezielt mit Fußballspielern wie Jude Bellingham (23) oder Kylian Mbappé (27) als Markenbotschafter. Für die Luxusfirmen ist die neue Liebe der Kicker ein Segen. Denn LVMH, Hermès und Kering, allesamt krisengeplagt, könnten neue Kunden zuströmen: Bislang sind Schätzungen zufolge nur etwa ein Viertel der Luxustaschenträger Männer.
Was Sie in Ihrer Karriere voranbringt:
Wie gelingt der Aufstieg in die Führungsetage? Wir haben Topmanager und Topmanagerinnen wie René Obermann (63), Bjørn Gulden (61) und Susanne Wiegand (54) nach ihrem Erfolgsgeheimnis gefragt. Hier ihre Antworten: Lernen von denen, die es an die Spitze geschafft haben . Und in unserem Podcast "manager magazin INSIDE" sprechen meine Kolleginnen Eva Buchhorn und Sarah Heuberger darüber, was der Job an der Unternehmensspitze erfordert. In Zeiten der Polykrisen zeigt sich ein Wandel in der Managementkultur: Führung mit Kuschelfaktor war gestern, heute wird durchgegriffen. Die neue Härte der CEOs.
Wie sich der Job an der Unternehmensspitze auszahlt, zeigt die jährliche Auswertung der Vergütungen. Unter den Dax-Vorständen ist SAP-Chef Christian Klein (46) mit einer Gesamtvergütung von rund 10,9 Millionen Euro zum Spitzenreiter aufgestiegen, auf Platz zwei liegt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (56).
Das Beste aus dem "Economist":
Die größte Fast-Food-Kette der Welt (nein, es ist nicht McDonald's) hat jetzt auch gezapftes Bier im Angebot. Für ein Glas werden rund 80 Cent fällig: Wie der chinesische Tee-, Eis- und Softdrink-Riese Mixue Bingcheng daraus ein profitables Geschäft macht , erklären unsere Kollegen vom britischen "Economist".
Um das riesige Minenfeld fauler Unternehmenskredite zu räumen, hat die Führung in Peking zahlreiche Bad Banks eingerichtet. Doch statt Verbindlichkeiten in Milliardenhöhe behutsam abzuwickeln, nahmen diese immer mehr faule Kredite in die Bücher – und drohen nun selbst zu explodieren .
Meine Empfehlung für das Wochenende:
Kurz gefragt: Wie führt man ein schwieriges Kundengespräch? Wann fragt man bei einem Projekt lieber nach, statt auf Verdacht weiterzumachen? Solche Fragen stellen Beschäftigte inzwischen lieber einer KI als ihren Vorgesetzten.
Foto: pixdeluxe / E+ / Getty ImagesAuf einen Plausch mit ChatGPT, Claude oder Gemini – wann haben Sie zuletzt das Bot-Gespräch gesucht? Immer mehr Beschäftigte besprechen Fragen und Probleme mit der KI statt mit Kollegen oder ihrem Vorgesetzten, zeigen Umfragen. Dafür gibt es mehrere Gründe: Die KI ist jederzeit verfügbar, es kostet keine Überwindung, sie anzuquatschen, und häufig reagiert sie ausgesprochen empathisch. Doch der Bot-Talk sollte in Unternehmen nicht auf Kosten des menschlichen Austauschs gehen. Anstatt beleidigt zu sein, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lieber einer KI anvertrauen, sollten Führungskräfte ihre Kommunikation verbessern. Was sich dabei von der KI lernen lässt , lesen Sie in einem Buchauszug unseres Autors Christoph Koch.
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend mit guten Gesprächen
Ihre Claudia Witte
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