2026-08-16 · data
Ukraine meldet Tote und Verletzte nach russischen Attacken
Am 24. Februar 2022 hat Russland seinen völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine begonnen. Ein Ende ist nicht absehbar. Die Entwicklungen im Ticker.
Ein spanischer Kampfjet hat im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung eine Drohne über Rumänien abgeschossen, wie das Verteidigungsministerium über die Plattform X mitteilte. Die Trümmer seien vermutlich im Bezirk Galati über unbewohntem Gelände abgestürzt. Das Ministerium machte keine Angaben zur Herkunft der Drohne.
In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Ende Mai hatte eine russische Drohne in der grenznahen Stadt Galati auch ein Hochhaus getroffen.
Auch in anderen Staaten der Nato-Ostflanke gab es bereits Fälle, in denen russische oder fehlgeleitete ukrainische Drohnen den Luftraum von Mitgliedsstaaten des Verteidigungsbündnisses verletzten. Erst am Freitag schoss ein italienischer Eurofighter über Lettland eine Drohne vom Himmel.
Grössere Nato-Staaten unterstützen Rumänien wegen des Ukraine-Kriegs bei der Luftraumüberwachung. Im Baltikum übernehmen sie abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland, die keine eigenen Kampfjets besitzen.
Die Ukraine hat die Region Moskau nach Angaben von Bürgermeister Sergej Sobjanin in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. Die russische Luftabwehr habe 201 Drohnen über der Region Moskau abgeschossen; die meisten weiteren seien bereits beim Anflug abgefangen worden, schrieb Sobjanin auf Telegram. Er sprach von drei Verletzten, machte jedoch keine Angaben zu möglichen Schäden.
Russland greift die ukrainische Hauptstadt Kiew erneut mit ballistischen Raketen an. Es gebe Explosionen in der Stadt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko in der Nacht auf der Plattform Telegram. Er forderte die Einwohner der Millionenstadt auf, in ihren Schutzräumen zu bleiben. In zwei Stadtbezirken gebe es Brände, die Feuerwehr sei vor Ort.
Die ukrainische Luftwaffe berichtete zudem auf Telegram von Angriffen mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen auf andere Landesteile, unter anderem auf die Industriestädte Krementschuk und Krywyj Rih. Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe zuletzt verstärkt.
Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden. Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt.
Die liberale und gegen den russischen Angriffskrieg auftretende Oppositionspartei Jabloko hat Berufung gegen das Urteil über ihren Ausschluss von der Parlamentswahl in Russland eingelegt.
Russische Truppen haben nach Angaben der Vereinten Nationen im Juli so viele ukrainische Zivilisten getötet wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr. Mindestens 337 Zivilpersonen seien getötet und 2'160 verletzt worden, teilte die UN-Beobachtermission in Kiew mit. Das seien 30 Prozent mehr als im Juni und 70 Prozent mehr als im Juli vergangenen Jahres.
Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen.
Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Grossmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.
Der Angriff zählt laut russischen Behörden zu den grössten ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland. Ende Juli hatten die Behörden von 390, Anfang Juli von 452 Drohnen in einer Nacht berichtet. Der ukrainischen Nachrichtenseite «Kyiv Independent» zufolge wurden in der Region Moskau unter anderem Industrieanlagen sowie ein Lager des Online-Händlers Wildberries getroffen.
Russland griff seinerseits nach ukrainischen Angaben Ziele in Kiew sowie in den Industriestädten Krementschuk und Krywyj Rih mit ballistischen Raketen, Gleitbomben und Drohnen an. Die Angaben beider Kriegsparteien liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
⚡️Ukrainian forces target Moscow Oblast, damaging Wildberries warehouse in major attack.https://t.co/bGEb1dIPnr
— The Kyiv Independent (@KyivIndependent) August 16, 2026
Eine ukrainische Rakete fängt während eines russischen Angriffs auf Kiew eine russische ballistische Rakete ab.
Mit deutlicher Verärgerung hat Moskau auf ein türkisch-amerikanisches Waffengeschäft für die Ukraine reagiert. Dies werde nur «das Ende des Kiewer Regimes hinauszögern», sagte Russlands Aussenamtssprecherin Maria Sacharowa. Die Behörden der USA und der Türkei hätten damit «eine weitere Büchse der Pandora geöffnet», wurde sie von der Staatsagentur Tass zitiert.
Vor knapp einer Woche war aus einer Mitteilung des US-Aussenministeriums an den Kongress ein grösserer Waffenkauf der Ukraine in der Türkei bekannt geworden. Kiew kauft demnach ein grösseres Paket mit US-produzierten Artilleriewaffen, das auch 70 Raketen des Typs ATACMS umfasst. Zu dem Geschäft – das ausschliesslich Waffen älterer Bauart umfasst – gehören weiter 12 Mehrfachraketenwerfer M270, mehr als 2500 Artillerieraketen vom Kaliber 227 Millimeter mit Streumunition sowie 47'000 Artilleriegranaten 203 Millimeter mit Streumunition.
Demnach befürwortet die US-Regierung das Geschäft im Umfang von 283 Millionen US-Dollar. Es gilt als genehmigt, wenn US-Senat und Repräsentantenhaus nicht binnen 30 Tagen widersprechen.
Die russischen Streitkräfte haben sich nach Erkenntnissen Kiews zuletzt mit ballistischen Raketen aus Nordkorea verstärkt. Mindestens zwei dieser Raketen wurden bereits gegen die Ukraine eingesetzt.
Maria Sacharowa, Sprecherin des russischen Aussenministeriums. (Archivbild)
Die Schweiz hat an den Feierlichkeiten zum 975-jährigen Bestehen der Klosteranlage Petscherska Lawra in Kiew teilgenommen. Sie kündigte dabei an, einen Beitrag von 600'000 Franken zur Restauration des beschädigten Höhlenklosters vorzubereiten.
An den Feierlichkeiten zum Bestehen der Klosteranlage nahm für die Schweiz Jacques Gerber, Delegierter des Bundesrates für die Ukraine, teil, wie das Bundesamt für Wirtschaft, Bildung und Forschung am Samstag weiter mitteilte.
Am 15. Juni 2026 wurden die Mariä-Entschlafens-Kathedrale sowie weitere historische Gebäude auf dem Gelände der Kyjiwer Petscherska Lawra erheblich beschädigt. Die Klosteranlage gehört zu den bedeutendsten religiösen und kulturellen Stätten der Ukraine und ist Teil des Unesco-Welterbes.
Bei einem bilateralen Treffen zwischen Bundespräsident Guy Parmelin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am 15. Juni in Genf am Rande des G7-Gipfels in Évian stellte die Schweiz Unterstützung bei der Beurteilung der Schäden in Aussicht.
Die Klosteranlage Petscherska Lawra in Kiew.
Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.
Moskau lehnt den türkischen Vorschlag eines Stopps ukrainischer und russischer Angriffe auf Schiffe im Schwarzen Meer ab. Russland sehe sich immer wieder mit «zügellosen Terrorakten» der Ukraine konfrontiert, die zivile Schiffe der Anrainerstaaten mit Drohnen angreife, sagte Aussenministeriumssprecherin Maria Sacharowa in Moskau. Eine «halbherzige Massnahme» wie eine begrenzte Waffenruhe verschaffe der Ukraine nur eine Atempause zur Nachrüstung, sagte sie nach Ministeriumsangaben.
In den vergangenen Wochen hat die Ukraine mit ihren Drohnen systematisch Jagd auf russische Öltanker und Getreidefrachter im Asowschen Meer und an der Schwarzmeerküste Russlands gemacht. Auch eine türkische Lastwagenfähre wurde getroffen. Im Gegenzug hat Russland ukrainische Häfen attackiert und die internationale Schifffahrt dorthin zum Erliegen gebracht.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow lehnte in einem Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen auch ein Einfrieren der Bodenkämpfe entlang der derzeitigen Front ab. «Damit würden wir zulassen, dass die Errungenschaften unserer Grossväter und Urgrossväter zunichtegemacht werden, die den Nazismus besiegt haben», sagte Lawrow.
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat eine Ausweitung der russischen Luftangriffe auf die Ukraine angekündigt. «Wir werden viel härtere Methoden einsetzen, um alles zu zerstören, was die Kriegsmaschinerie Kiews aus dem Westen speist», sagte er in einem Interview, das das russische Staatsfernsehen am Freitag ausstrahlte.
«Jabloko wird auf dem Stimmzettel für die Duma-Wahl stehen», meinte Jabloko-Chef Nikolai Rybakow in einem von der Partei veröffentlichten Video zur Abgabe der Berufung. Experten gehen aber davon aus, dass das vom Kreml gesteuerte Gericht seine Entscheidung bestätigt. Die Berufungsverhandlung ist am Montag angesetzt.
Die Anwälte der Partei hätten genau bewiesen, dass es keinen Anhaltspunkt dafür gebe, Jabloko von der Wahl im September auszuschliessen, erklärte Rybakow. «Das alles war ausgedacht, und wir werden das weiterhin beweisen im Rahmen der russischen gesetzlichen Bestimmungen.»
Das Oberste Gericht in Russland hatte am Montag einer Klage der kremlnahen ausserparlamentarischen und ultranationalistischen Partei Rodina stattgegeben und Jabloko von der Parlamentswahl ausgeschlossen. Der als Erfüllungsgehilfe des Kreml kritisierte Richter Wjatscheslaw Kirillow folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die Rodinas Beschwerde gegen die Wahlleitung als gerechtfertigt ansah.
Jabloko-Chef Nikolai Rybakow hat Beschwerde gegen den Ausschluss seiner Partei eingelegt (Archivbild).
«In jedem Monat dieses Jahres ist die Zahl der getöteten und verletzten Zivilisten gestiegen. Dieser Trend hat sich im Juli stark beschleunigt», erklärte die Leiterin der UN-Menschenrechtsbeobachtungsmission in Kiew, Danielle Bell. «Die Zahl der zivilen Opfer im Juli war die höchste, die wir seit März 2022 in einem einzigen Monat dokumentiert haben.»
Insgesamt sind nach Angaben der UN-Menschenrechtsbeobachter seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar 2022 mindestens 16'874 Zivilisten getötet worden, darunter 820 Kinder. Weitere 51'273 Zivilisten erlitten Verletzungen, 3'126 davon waren Kinder.
Die Tötung von Zivilisten durch Russland hat laut UN wieder stark zugenommen (Archivbild)